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Alterstraumazentrum

Menschen ab 70 Jahren leiden oft unter mehreren Krankheiten. Knochen und Gelenke werden instabiler, es besteht ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und Stürze. Komplikationen nach Operationen sowie bleibende Behinderungen erhöhen dann oft den Pflegebedarf. Mit der interdisziplinären Zusammenarbeit im Alterstraumazentrum möchte das Team dieser Problematik durch fachgerechte Behandlung und aufeinander abgestimmte Prozesse gegensteuern. Dafür wurde das Diakonie Klinikum Jung-Stilling 2019 von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie als Alterstraumazentrum zertifiziert. 

Kern des Zentrums ist die Verknüpfung der beiden Fachabteilungen Geriatrie (Altersmedizin), mit einem neurologischen und einem internistischen Schwerpunkt, sowie der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Um für vernufallte Senioren die bestmögliche Therapie einzuleiten, ist es entscheidend, sie bereits bei der Aufnahme sowohl unfallchirurgisch als auch altersmedizinisch zu betreuen.Schon in der Notaufnahme machen wir altersmedizinische Tests und überprüfen die aktuelle Medikation der Patienten“, erklärt Prof. Dr. Christian Tanislav, Chefarzt der Geriatrie. Die chirurgische Arbeit wird von den Geriatern durch die Ursachenforschung ergänzt. Vorbestehende Erkrankungen oder eine unangemessene Einnahme verschiedener Medikamente mit erhöhtem Folgerisiko durch einen Sturz werden durch ihre Tätigkeit behandelt und die Medikation optimiert. Zudem wird ein Frührehabilitationsprogramm empfohlen.

Was eine im Alterstraumazentrum geplante Therapie für die Patienten bedeutet? „Sie bekommen eine optimale Knochenbruchversorgung, eine je nach Krankheitsbild individuelle Betreuung vor, während und nach der Operation sowie eine angepasste und strukturierte rehabilitative Behandlung“, sagt Dr. Michael Pausch, stellvertretender Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Ferner betont er: „Die Alterstraumatologie ist eine Disziplin, die künftig immer weiter wachsen wird. Denn wir leben in einer immer älter werdenden Gesellschaft.“

Neben den ärztlichen Leistungen im Alterstraumazentrum fließen auch die Tätigkeiten von spezialisierten Pflegekräften, Entlassmanagern, Physio- und Ergotherapeuten sowie dem Sozialdienst mit in die Arbeit ein. Ziel ist es, ältere Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung so zu behandeln, dass sie schnellstmöglich mobil werden und wieder mehr Lebensqualität erfahren.

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