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Kniechirurgie
Das Knie ist ein sensibles Gelenk, welches sowohl durch akute Verletzungen als auch aufgrund degenerativer Veränderungen geschädigt werden kann. Bei akuten Verletzungen muss zwischen knöchernen und ligamentären Verletzungen (Bandverletzungen) unterschieden werden. Auch kombinierte Verletzungen können vorkommen.
Bei knöchernen Verletzungen am Kniegelenk gibt es unterschiedliche Varianten: die distale Femur (körperferner Oberschenkel), die proximale Tibia (körpernaher Unterschenkel) und die Kombination von beiden. Darüber hinaus muss bei dem Verletzungsmuster auch die sogenannte periprothetische Fraktur (Knochenbruch im Bereich einer implantierten Endoprothese) als spezielle Verletzung betrachtet werden.
Bei Bandverletzungen am Kniegelenk werden wiederum isolierte Kreuzbandverletzungen (vorderes oder hinteres Kreuzband) und deren Kombination unterschieden. Ferner kann es auch zur Kombination mit Seitenbandverletzungen kommen. Abhängig vom Ausmaß der Verletzung und der resultierenden Instabilität werden die möglichen operativen Verfahren besprochen.
Bruch des Körperfernen Oberschenkels
Knöcherne Verletzungen am körperfernen Oberschenkel mit und ohne Gelenkbeteiligung (Abbildung 1) müssen als schwerwiegende Verletzung betrachtet werden. Ziel ist es, in den unterschiedlichen Ebenen eine anatomische Reposition zu erreichen und eine stabile Fixation. Teilweise sind auch mehrere Platten oder auch Nägel erforderlich um die Situation zu beherrschen. Der Einsatz von neu entwickelten Implantaten erhöht die Möglichkeit zur zeitnahen Knochenheilung (Abbildung 2). In der Regel werden diese Platten wieder entfernt (Abbildung 3).
Bruch des Körpernahen Unterschenkels/Schienbeinkopf
Liegt die knöcherne Verletzung am Schienbeinkopf vor (Abbildung 4 + 4.1), also am körpernahen Unterschenkel, werden die Bruchformen unterschieden. Zur besseren Darstellung wird vor der operativen Versorgung eine Computertomographie angefertigt (Abbildung 5).
Zusätzlich werden Bandverletzungen mit beurteilt, um auch hier eine Stabilisierung arthroskopisch (mit Gelenkspiegelung) durchzuführen (Abbildung 6 + 6.1).
Brüche des körperfernen Oberschenkels bei einliegender Knieprothese
Periprothetische Femurfrakturen, also Knochenbrüche bei denen bereits ein künstliches Kniegelenk eingebracht wurde, erfordern eine besondere Betrachtung der Problematik (Abbildung 7 + 7.1 + 7.2). In Abhängigkeit des künstlichen Kniegelenkes muss die Stabilisierung geplant werden. Die sogenannte Doppelplattenosteosynthese kann eine höhere Stabilität bieten und damit das Risiko des Versagens mindern.
Brüche des körpernahen Unterschenkels bei einliegender Knieprothese
Brüche am Unterschenkel bei einliegender Knieprothese (Abbildung 8 + 8.1) sind seltener. Die Versorgung ist meistens sehr anspruchsvoll. Der Weichteilmantel am Unterschenkel ist bei solchen Brüchen immer gefährdet. Bei stabil einliegender Prothese sollte diese erhalten und trotzdem eine stabile Fixation erreicht werden. Es kommen unterschiedliche Plattenpositionierungen in Abhängigkeit der Bruchform und des Weichteilmantels zum Einsatz. Dazu ist nicht nur eine umfangreiche Erfahrung des Operateurs erforderlich, sondern auch die Verfügbarkeit moderner und qualitativ hochwertiger Implantate zur Stabilisierung.
Darstellung des Unterschenkels nach Stabilisierung des Knochenbruchs mit Platten (außenseitig und innenseitig) für eine hinreichende Stabilität:
Schwerpunktleiter
Prof. Dr. Steffen Schröter
Chefarzt
Oberarzt
Dr. Thorsten Knott
Postanschrift
Diakonie Klinikum
Jung-Stilling
Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie
Wichernstraße 40
57074 Siegen
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