Babyboom im Jung-Stilling

Zwölf Prozent mehr als 2016

Einen Babyboom hat das Diakonie Klinikum Jung-Stilling 2017 erlebt: Das Team der Geburtsklinik half 1429 Babys auf die Welt. Das ist eine Steigerung um 11,6 Prozent. Im Vorjahr waren es 1281 Babys. Ähnlich sieht es auch bei der Zahl der Geburten aus. Diese stieg um rund zehn Prozent von 1218 auf 1344 an. zur Statistik

Spezialisiert auf vorgeburtliche Untersuchungen – Pränataldiagnostik

Wir verfügen über die entsprechende Qualifikationsstufe der deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin DEGUM II. Unsere Klinik ist mit den modernsten und hochauflösenden 3D/4D Ultraschallgeräten ausgestattet. In jedem Zimmer ist ein zusätzlicher Monitor angebracht, damit Sie der Ultraschalluntersuchung folgen können

Alle werdenden Mütter wünschen sich ein gesundes Baby — mit Recht. Die meisten Kinder kommen vollkommen gesund zur Welt. Trotzdem fürchten sich jedoch viele Schwangere mehr vor einer Erkrankung ihres Babys als vor dem eigenen Geburtsschmerz. Mit Hilfe von vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik) können wir Entwicklungsstörungen, Fehlbildungen und andere gesundheitliche Schwierigkeiten frühzeitig erkennen. In den meisten Fällen entdecken wir keine Probleme und die Eltern können die Schwangerschaft unbeschwert genießen. Natürlich beraten wir schon vor einer Untersuchung umfassend.

Falls wir doch etwas feststellen, ist das zunächst sicherlich eine schlimme Nachricht. Aber wir sind auch in schwierigen Situationen für Mütter und Väter da. Gemeinsam mit unseren Kinderärzten, Kinderchirurgen und Kinderkardiologen planen wir die optimale Betreuung während Schwangerschaft und Geburt. Oftmals ist der Arzt, der die gesundheitlichen Probleme des Kindes diagnostiziert hat, auch bei der Entbindung anwesend. Natürlich ist eine psychologische Betreuung in solch einer schweren Zeit unerlässlich. Seit vielen Jahren arbeiten wir deshalb mit den regionalen Schwangerschaftsberatungsstellen zusammen und können auch vor Ort eine kompetente psychologische Unterstützung anbieten. So möchten wir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei Besonderheiten können wir auf ein Netzwerk von Pränataldiagnostikern und Humangenetikern zurückgreifen und arbeiten auch in Kooperation mit umliegenden Universitätskliniken. Deshalb können wir alle vorgeburtlichen Untersuchungs- und Therapieverfahren anbieten. Die meisten dieser Untersuchungen führen wir ambulant in unserer Praxis für Pränataldiagnostik im Medizinischen Versorgungszentrum Jung-Stilling durch.

Vorgeburtliche Untersuchungen – Pränataldiagnostik

Ersttrimesterscreening (ETS)

Das Ersttrimesterscreening besteht aus einem Organultraschall des Kindes und einer Blutuntersuchung der Mutter. Während des Organultraschalls misst der Arzt die Wasseransammlung im kindlichen Nacken (Nackentransparenz). Die Untersuchung wird zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Präeklampsie- Screening

Bei der Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) handelt es sich um eine schwere Schwangerschaftskomplikation. Die wichtigsten Symptome (Begleiterscheinung) sind:

- Erhöhter Blutdruck
- Erhöhter Eiweißausscheidung im Urin
- Zunehmende Ödembildung
- Veränderung der Blutwerte

Die Erkrankung tritt ab der 20. SSW (Schwangerschaftswoche) auf und ist mit einer Durchblutungsstörung der Plazenta (Mutterkuchen) verbunden, die zu Wachstumsstörungen beim Kind führen kann. In schweren Fällen kann eine vorzeitige Entbindung notwendig werden und die Kinder kommen ggf. als Frühgeburt zur Welt.

Im  Rahmen des Erstrimesterscreenings erheben wir Ihre Vorgeschichte, messen Ihren Blutdruck und den Widerstand in den Gebärmuttergefäßen (Doppler- Sonographie), so dass Ihr persönliches Risiko für Präeklampsie im späteren Verlauf der Schwangerschaft festgestellt werden kann. Wird ein erhöhtes Risiko festgestellt empfehlen wir eine intensivierte Schwangerschaftsüberwachung und die Gabe von Acetylsalicylsäure.

Untersuchung von kindlichem Erbmaterial aus dem mütterlichem Blut (NIPT/cf-DNA)

Bei dieser Untersuchung wird der Schwangeren eine Blutprobe entnommen. Im Blut jeder Schwangeren sind kleinste Bruchstücke des kindlichen Erbmaterials (Chromosomensatz) vorhanden, so dass diese auf Erbkrankheiten untersucht werden können. Da diese Untersuchung keine Informationen über körperliche Fehlbildungen liefert, wird diese Blutentnahme nur im Zusammenhang mit einer Ultraschalluntersuchung angeboten. Die Untersuchung wird ab der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Fehlbildungsultraschall – frühe Feindiagnostik

Bei der frühen Organuntersuchung prüft der Arzt ob die Organe des Kindes regelhaft angelegt sind. Die Untersuchung wird ab der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Probeentnahme vom Mutterkuchengewebe (Chorionzottenbiopsie)

Bei einer Choriozottenbiopsie werden kindliche Zellen aus dem Mutterkuchen entnommen. Die Zellen enthalten Erbmaterial (Chromosomensatz) des Kindes, so dass diese auf Erbkrankheiten untersucht werden können. Der Eingriff wird ab der 12 SSW durchgeführt.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)

Bei einer Amniozentese wird Fruchtwasser aus der Fruchthöhle gewonnen. Die kindlichen Zellen aus dem Fruchtwasser enthalten Erbmaterial (Chromosomensatz) des Kindes, so dass diese auf Erbkrankheiten untersucht werden können. Der Eingriff wird ab der 16 Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Fehlbildungsultraschall – erweiterte Feindiagnostik

Bei der erweiterten Feindiagnostik prüft der Arzt die kindliche Entwicklung. Es wird das Wachstum des Kindes, die Organe (das Gesicht, der Kopf, die Wirbelsäule, die Bauchwand, die Extremitäten und einzelne kindliche Organe), der Plazentasitz sowie die kindliche und mütterliche Durchblutung überprüft. Der optimale Untersuchungszeitpunkt ist die 20.-22. Schwangerschaftswoche, kann aber auch später erfolgen.

Untersuchung des kindlichen Herzens (fetale Echokardiographie)

Durch diese Untersuchung werden das Herz und die Herzgefäße des Kindes mittels hochauflösender Ultraschallgeräte untersucht. Der optimale Untersuchungszeitpunkt ist die 20.-22. Schwangerschaftswoche, kann aber auch später erfolgen.

Beurteilung der maternalen und kindlichen Gefäße (Dopplersonographie)

Mittels dieser Untersuchung werden Blutflussmuster in mütterlichen und kindlichen Blutgefäßen dargestellt. Dadurch kann eine Mangelversorgung des Kindes (Plazentainsuffizienz) oder eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) erkannt und intensiv beobachtet werden.

Risikoschwangerschaften

Als Perinatalzentrum Level 1 sind wir für die Betreuung werdender Mütter mit Risikoschwangerschaft spezialisiert.

In den meisten Fällen ist ein normaler Schwangerschaftsverlauf für Mutter und Kind zu erwarten. In manchen Fällen kann es durch mütterliche Vorerkrankungen oder im Laufe der Schwangerschaft zu einer Risikoschwangerschaft kommen, die zu einer Störungen der Schwangerschaft oder kindlichen Entwicklung führen kann. Dies erfordert eine engmaschige Betreuung von Mutter und Kind. Die Betreuung beinhaltet UltraschallkontroIlen von kindlichem Wachstum und der Versorgung (Dopplersonographie). In manchen Fällen müssen eventuell Zusatzuntersuchungen durchgeführt oder Medikamente umgestellt werden. Wir können bei Bedarf Kollegen anderer hausinterner Fachabteilungen rund um die Uhr hinzuziehen.

In gemeinsamer Überwachung mit Ihrem Frauenarzt möchten wir sie durch die Schwangerschaft begleiten und Ihnen und dem Kind höchste Sicherheit bieten.

Folgende Merkmale deuten auf eine Risikoschwangerschaft hin:

  • Alter der Mutter über 35 oder unter 18 Jahren
  • Mütterliche Erkrankungen (z.B. Schwangerschaftsdiabetes oder Diabetes mellitus Typ I und Typ II, neurologische Erkrankungen und Epilepsie,  psychische Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck oder Schwangerschaftsvergiftung, Asthma, Herzerkrankungen, Thrombose/ Lungenembolie, Erkrankung des Blutes und des Blutgerinnungssystems, Lebererkrankungen, Nieren- Nebennierenerkrankungen, Darmerkrankungen, Autoimmun- und rheumatische Erkrankungen, Infektionen und Suchterkrankungen in der Schwangerschaft … )
  • Blutgruppenunverträglichkeit
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Z.n. Kaiserschnitt oder Vor- Operationen
  • Erbkrankheit in der Familie
  • Kindliche Mangelversorgung (Plazentainsuffizienz)
  • Kindliche Fehlbildung
  • Früh- oder Fehlgeburten in der Vorgeschichte

Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Kinderärzte (DRK- Kinderklinik) und Kollegen anderer hausinterner Fachabteilung, allesamt innerhalb des Klinikums, ist es möglich Ihnen gemeinsam mit dem niedergelassenen Frauenarzt eine Rundumversorgung während Schwangerschaft und Geburt zu gewährleisten.

Diabetes in der Schwangerschaft

Die Diabetessprechstunde in unserer Klinik ist seit mehreren Jahren als überregional bekannte Spezialsprechstunde für Schwangere mit einer Zuckerstoffwechselstörung (Diabetes mellitus) etabliert. Wir betreuen und behandeln in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kollegen (Frauenärzte, Diabetologen) Schwangere mit Diabetes mellitus Typ-1, Typ-2 oder mit Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, GDM). Die Schwangerenvorsorge bleibt weiterhin in den Händen des Frauenarztes.

Ein Schwangerschaftsdiabetes (GDM) ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft und betrifft ca. sechs bis acht Prozent der Schwangeren und kann durch einen Zuckerbelastungstest (oGTT) erkannt werden. Durch rechtzeitiges Erkennen und Behandeln des Schwangerschaftsdiabetes (GDM) können akute und langfristige Folgen für Mutter und Kind verhindert werden. Die Behandlung besteht aus der Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte, körperlicher Bewegung, Ernährungsumstellung und ggf. Insulintherapie.

Wir bieten Ihnen eine Ernährungsberatung durch speziell geschulte Diätassistentinnen. Jede Schwangere erhält ein Blutzuckermessgerät und wird angeleitet, ihre Blutzuckerwerte zu Hause selbstständig zu kontrollieren. Eine Insulineinstellung kann erfolgen, falls diese erforderlich ist. Durch regelmäßige Ultraschallkontrollen in unserer Diabetessprechstunde beurteilen wir das Wachstum (besonders den Bauchumfang des Kindes) und die Blutzuckerwerte, um rechtzeitig Auffälligkeiten zu Erfassen und ggf. eine Insulintherapie einzuleiten oder die Insulindosis bei steigendem Bedarf anzupassen.

Falls bei Ihnen Hinweise auf eine Zuckerstollwechselstörung (Diabetes mellitus) bestehen oder diese festgestellt worden ist, kann Ihr Frauenarzt sie auch gerne zur Beratung und Mitbetreuung in unsere Diabetessprechstunde überweisen.

Zwillings- / Mehrlingsschwangerschaften

Unsere Klinik hat sich auf Zwillings- / Mehrlingsschwangerschaften spezialisiert. Im Rahmen unserer Zwillings- / Mehrlingssprechstunde können wir Sie von Beginn der Schwangerschaft in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärzten mit betreuen und so eventuelle Auffälligkeiten rechtzeitig erkennen und Ihnen und Ihren Kindern eine optimale Vorsorge anbieten. Die Schwangerenvorsorge bleibt weiterhin in den Händen Ihres Frauenarztes. Die Mitbetreuung kann bereits sehr früh beginnen, in dem beurteilt wird, ob jedes Ungeborene eine eigene Fruchthöhle und einen eigenen Mutterkuchen (Plazenta) besitzt. Teilen sich zwei Kinder einen Mutterkuchen (Plazenta), so müssen sie engmaschig per Ultraschalluntersuchung überwacht werden, um ein Ungleichgewicht der Blutverteilung (sog. Feto- fetales Transfusionssyndrom, FFTS) zu erkennen und zu vermeiden.

Die Häufigkeit dieser Untersuchungen wird immer individuell angepasst. Die Mitbetreuung erfolgt im Wechsel mit Ihrem Frauenarzt.

Bestehen Fragen zur Geburtsplanung, können Sie einen Termin in der Sprechstunden Entbindungsgespräch (E-Modus) des Jung-Stilling-Krankenhauses erhalten.

Frühgeburten-Sprechstunde

Für Schwangere mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt (wiederholten späten Fehlgeburten oder sehr frühe Frühgeburten) kann evtl. ein früher totaler Muttermundsverschluss (FTMV) oder die Anlage einer prophylaktischen Umschlingung des Gebärmutterhalses (Cerclage) sinnvoll sein.

Ob ein solches Verfahren bei Ihnen erforderlich und sinnvoll ist können Sie mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Er kann Sie auch gerne zur Beratung in unsere Frühgeburtensprechstunde überweisen.

Behandlung im Mutterleib

Wenn wir während der Schwangerschaft gesundheitliche Probleme beim Kind festgestellt haben, können wir diese oft schon vor der Geburt behandeln. Beispielsweise helfen Medikamente bei bestimmten Infektionen, Herzrhythmusstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. In Einzelfällen kann eine Fruchtwasserauffüllung oder Entlassung hilfreich sein.

Fetale Kernspintomographie (MRT)

Mit Hilfe eines bildgebenden Verfahrens (MRT) kann der Arzt erkennen, ob das kindliche Gehirn und das Rückenmark gut entwickelt sind. Die Untersuchung ist nach heutigem Wissen für Mutter und Kind unschädlich.

NotrufChatHome

Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

Polizei: 110

Zentrale Notaufanhme: 02 71 3 33 45 13

Giftnotruf NRW: 02 28 1 92 40

Telefonseelsorge: 08 00 111 0 111