Diagnose von Prostata-Krebs

Fragen rund um die Früherkennung und Diagnose von Prostatakrebs beantwortet Chefarzt Dr. Peter Weib im Video-Interview mit dem Sprecher der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe in Siegen Lothar Stock. zum Video

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Erfahren Sie im Podcast-Gespräch mit Dr. Peter Weib, wie die Prostata gesund gehalten werden kann. zum Podcast

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Gutartige Prostatavergrößerung

Symptome und Therapiemöglichkeiten

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?
Die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Mannes. Dabei handelt es sich um eine nicht bösartige Vergrößerung der Prostata, die mit zunehmendem Lebensalter nahezu jeden Mann betrifft. Die Erkrankung ist kein Prostatakrebs und erhöht auch nicht das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Dennoch kann sie die Lebensqualität erheblich einschränken.

Die Prostata ist eine etwa kastaniengroße Drüse, die sich unmittelbar unterhalb der Harnblase befindet und den ersten Abschnitt der Harnröhre umschließt. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Produktion eines Teils der Samenflüssigkeit. Im Laufe des Lebens kommt es durch hormonelle Veränderungen zu einer langsamen Vermehrung des Prostatagewebes. Dadurch wird die Harnröhre zunehmend eingeengt und der Urinabfluss behindert. Zusätzlich kann sich auch der Blasenmuskel verändern, wodurch die Beschwerden weiter zunehmen.

Wie häufig ist die Erkrankung?
Die gutartige Prostatavergrößerung gehört zu den häufigsten urologischen Erkrankungen überhaupt.

  • Bereits ab dem 40. Lebensjahr beginnen bei vielen Männern mikroskopische Veränderungen der Prostata.
  • Mit 50 Jahren zeigen etwa 50% aller Männer eine Prostatavergrößerung.
  • Im Alter von 60 Jahren sind etwa 60% betroffen.
  • Zwischen dem 70. und 80. Lebensjahr weisen 70 - 80% der Männer eine vergrößerte Prostata auf.
  • Bei Männern über 80 Jahren liegt die Häufigkeit bei über 90%.

Nicht jede vergrößerte Prostata verursacht Beschwerden. Etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Männer mit einer Prostatavergrößerung entwickelt behandlungsbedürftige Symptome.

Welche Beschwerden können auftreten?
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam über mehrere Jahre.

Speicherbeschwerden

  • häufiger Harndrang
  • plötzlich auftretender starker Harndrang
  • nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • häufiges Wasserlassen kleiner Urinmengen
  • gelegentlicher ungewollter Urinverlust

Entleerungsbeschwerden

  • abgeschwächter Harnstrahl
  • verlängerte Blasenentleerung
  • Pressen beim Wasserlassen
  • unterbrochener Harnstrahl
  • Nachträufeln
  • Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung

Welche Folgen kann eine unbehandelte Prostatavergrößerung haben?
Nicht jede BPH muss operiert werden. Bei fortschreitender Erkrankung können jedoch erhebliche Komplikationen auftreten.
Mögliche Folgen sind:

  • vollständiger Harnverhalt mit Unfähigkeit zu urinieren
  • wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Blasensteine
  • Blutungen aus der Prostata
  • zunehmende Restharnbildung
  • Schädigung der Harnblase
  • Rückstau des Urins bis in die Nieren
  • langfristige Einschränkung der Nierenfunktion

Ein akuter Harnverhalt stellt einen urologischen Notfall dar und muss sofort behandelt werden.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Zur Abklärung gehören unter anderem:

  • ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch
  • Erfassung der Beschwerden mittels IPSS-Fragebogen (International Prostate Symptom Score)
  • körperliche Untersuchung einschließlich Tastuntersuchung der Prostata
  • Ultraschall der Harnblase, Prostata und Nieren
  • Bestimmung des Restharns
  • Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie)
  • Urinuntersuchung
  • Blutuntersuchung einschließlich PSA-Wert bei entsprechender Indikation

Bei speziellen Fragestellungen können zusätzlich Blasenspiegelung oder urodynamische Untersuchungen erforderlich sein.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Wahl der Therapie richtet sich nach

  • Stärke der Beschwerden
  • Größe der Prostata
  • Restharnmenge
  • Alter und Begleiterkrankungen
  • Medikamenteneinnahme (z. B. Blutverdünner)
  • individuellen Patientenwünschen

Nicht jeder Patient benötigt sofort eine Operation. Je nach Befund stehen konservative oder operative Therapieverfahren zur Verfügung.

Therapieverfahren

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)

Die TUR-P gilt seit Jahrzehnten als bewährter Standard für mittelgroße Prostatavergrößerungen und wird vor allem bei Prostatagrößen von etwa 30–80 ml eingesetzt. Hierbei wird über die Harnröhre überschüssiges Prostatagewebe mit einer elektrischen Schlinge entfernt.
Vorteile: 

  • langjährig etabliertes Verfahren
  • sehr gute Langzeitergebnisse
  • keine äußeren Schnitte
  • deutliche Verbesserung des Harnstrahls
  • kurze Krankenhausaufenthalte

Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP / ThuLEP)

Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP / ThuLEP)
Die Laser-Enukleation stellt heute eine der modernsten und effektivsten Operationsmethoden zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung dar. In unserer Klinik bildet sie einen besonderen Schwerpunkt. Dabei wird das vergrößerte Prostatagewebe vollständig entlang der natürlichen anatomischen Schicht ("chirurgische Kapsel") mit einem Hochleistungslaser ausgeschält (enukleiert). Anschließend wird das Gewebe in der Harnblase zerkleinert (Morcellation) und vollständig entfernt. Das entfernte Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht. Je nach Situation verwenden wir modernste Holmium-Laser (HoLEP) oder Thulium-Laser (ThuLEP/ThuFLEP). Beide Verfahren gehören heute weltweit zu den am besten wissenschaftlich untersuchten Operationstechniken der BPH.

-> Für welche Patienten eignet sich die Laser-Enukleation?
Die Methode eignet sich für nahezu alle Prostatagrößen:

  • kleine Prostata
  • mittelgroße Prostata
  • sehr große Prostata (>100 ml)
  • Prostata >150 oder sogar >200 ml

Damit kann bei den allermeisten Patienten auf einen offenen Bauchschnitt verzichtet werden.

-> Vorteile der Laser-Enukleation

  • vollständige Entfernung des vergrößerten Adenoms
  • unabhängig von der Prostatagröße einsetzbar
  • sehr geringe Blutungsrate
  • besonders geeignet bei Patienten mit Blutverdünnung (nach individueller Risikoabwägung)
  • geringer Blutverlust
  • niedrige Transfusionsrate (<1 % in erfahrenen Zentren)
  • kurze Katheterliegezeit
  • kurzer Krankenhausaufenthalt
  • schnelle Erholung
  • sehr gute und langanhaltende Verbesserung des Harnstrahls
  • sehr geringe Wiederoperationsrate (<2 % innerhalb von 10 Jahren in großen Studien)
  • vollständiges Gewebe für die feingewebliche Untersuchung
  • hervorragende wissenschaftliche Langzeitergebnisse

Holmium- oder Thulium-Laser – worin besteht der Unterschied?

Beide Lasersysteme arbeiten hochpräzise und ermöglichen eine vollständige Entfernung des gutartigen Prostatagewebes.

Holmium-Laser (HoLEP)

  • seit über 25 Jahren etabliert
  • weltweit Goldstandard für große Prostatae
  • exzellente Langzeitdaten

Thulium-Laser (ThuLEP/ThuFLEP)

  • kontinuierliche Laserenergie
  • besonders präzise Schnittführung
  • ausgezeichnete Blutstillung
  • sehr gute Sichtverhältnisse während der Operation

Die funktionellen Ergebnisse beider Verfahren sind vergleichbar und gehören zu den besten verfügbaren operativen Therapien.

Warum profitieren Patienten besonders?
Die Laser-Enukleation entfernt das gesamte gutartig vergrößerte Prostatagewebe ähnlich vollständig wie eine offene Operation – jedoch ohne Bauchschnitt. Dadurch wird ein dauerhaft sehr guter Urinfluss erreicht. Internationale Studien zeigen eine deutliche Verbesserung des Harnstrahls, der Lebensqualität und der Blasenentleerung mit sehr niedrigen Wiederbehandlungsraten. Gerade Patienten mit sehr großen Prostatae profitieren von dieser Methode besonders, da früher häufig eine offene Operation notwendig war.

GreenLight-Laser

Beim GreenLight-Laser wird das Prostatagewebe mittels Laserenergie verdampft (Photoselektive Vaporisation der Prostata, PVP). Besonders geeignet ist dieses Verfahren bei

  • kleinen bis mittelgroßen Prostatae
  • erhöhtem Blutungsrisiko
  • Patienten mit notwendiger Blutverdünnung (nach individueller Beurteilung)

Vorteile

  • sehr gute Blutstillung
  • kurze Katheterliegezeit
  • geringe Blutungsneigung
  • rasche Erholung
  • minimalinvasives Verfahren

Roboterassistierte Simple Prostatektomie

Bei extrem großen Prostatae oder besonderen anatomischen Situationen kann eine roboterassistierte Entfernung des gutartigen Prostatagewebes sinnvoll sein. Hierbei wird mithilfe modernster roboterassistierter Chirurgie ausschließlich das gutartig vergrößerte Prostatagewebe entfernt. Die Prostatakapsel bleibt erhalten.

Vorteile

  • besonders geeignet bei sehr großen Prostatae (>150–200 ml)
  • vollständige Entfernung großer Adenome
  • ausgezeichnete Sicht durch hochauflösende 3D-Technik
  • geringe Schmerzen
  • geringerer Blutverlust als bei der klassischen offenen Operation
  • schnelle Mobilisation
  • kurze Rekonvaleszenz

Welche Behandlung ist die richtige?

Nicht jede Prostatavergrößerung muss gleich behandelt werden. Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir nach einer umfassenden Diagnostik die individuell beste Therapie. Unsere Klinik bietet das vollständige Spektrum der modernen operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung an. Besonders auf dem Gebiet der Laser-Enukleation verfügen wir über eine hohe Expertise und langjährige Erfahrung. Ziel jeder Behandlung ist eine dauerhafte Verbesserung Ihrer Lebensqualität, eine sichere Blasenentleerung und die Auswahl des für Sie am besten geeigneten Verfahrens.

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