Kompetenznetz Prostata

Medizin auf höchstem Niveau

Im Kompetenznetz Prostata haben sich zahlreiche Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammengeschlossen und bilden ein attraktives Leistungszentrum für Patienten mit allen Arten von Prostataerkrankungen. Besonders häufig behandeln die Mediziner Prostatakrebs. Das Zentrum erstreckt sich über Südwestfalen, Mittelhessen, Oberbergischen Kreis und Westerwald.

Uro-Onkologie – moderne Krebstherapien

Viele bösartige Erkrankungen betreffen die Harn- und Geschlechtsorgane. Prostatakrebs ist beispielsweise die häufigste Krebserkrankung des älteren Mannes. Hodenkrebs hingegen kommt auch häufig schon bei jungen Männern vor. Erfreulicherweise können wir die meisten urologischen Tumoren effektiv behandeln. Fast immer ist dafür eine Operation erforderlich. Um den Eingriff zu planen, stehen uns sämtlichen diagnostischen Verfahren zur Verfügung.

Wenn sich Arzt und Patient gemeinsam für eine Operation entschieden haben, wird ein stationärer Aufnahmetermin vereinbart, an den sich ein ärztliches Aufnahmegespräch anschließt. Hierbei besprechen wir mit ihnen Vorerkrankungen, die aktuelle Erkrankung und diagnostische Befunde. Darüber hinaus stellen wir Sie dem Narkosearzt vor und führen eventuell noch einige Laboruntersuchungen durch. Je nach Eingriff müssen Sie unterschiedlich lange im Krankenhaus bleiben. Ist eine anschließende Heilbehandlung geplant, hilft unser Sozialdienst dabei, Formalitäten zu erledigen.  

Häufige Krankheitsbilder

Prostatakarzinom

Prostatakarzinom

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Häufig erkennen Ärzte den Tumor in einer urologischen Vorsorgeuntersuchung durch Tasten oder einen erhöhten PSA-Wert (Prostata spezifisches Antigen) im Blut. Auch ein schneller Anstieg des PSA-Wertes kann auf Prostatakrebs hinweisen, aber ebenso durch Entzündungen, Sport oder Geschlechtsverkehr erhöht sein. Bei begründetem Verdacht entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe. In unserer Klinik gewinnen wir durch 3D-navigierte, ultraschallgesteuerte Verfahren etwa zehn bis zwölf Stanzbiopsien, die von Pathologen ausgewertet werden. Wenn ein Tumor nachgewiesen wird, bedeutet das aber nicht, dass ein operativer Eingriff nötig ist. Der Arzt bespricht mit Ihnen, ob eine Behandlung erforderlich ist oder ob der Tumor zunächst durch regelmäßige Untersuchungen überwacht wird. Die Beratung richten wir an den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen Gesellschaft für Urologie aus. Eventuell sind weitere diagnostische Maßnahmen wie eine Computertomographie oder eine Knochenszintigraphie nötig, um mögliche Metastasen aufzuspüren oder auszuschließen.

Urothelkarzinom der Blase, des Harnleiters der Niere und der Harnröhre

Als Urothel bezeichnen Mediziner die innere Auskleidung des gesamten Harntrakts. Tumoren in diesem Bereich treten am häufigsten in der Blase auf. Erstes Zeichen hierfür ist oft die schmerzlose Makrohämaturie, also Blut im Urin ohne begleitende Schmerzen beim Wasserlassen. Um eine genaue Diagnose stellen zu können, führen wir eine Blasenspiegelung durch und fertigen ein Urogramm (radiologische Bildgebung) an. Bestätigt sich der Verdacht auf einen Blasentumor, entfernen wir das betroffene Gewebe. In unserer Abteilung können wir dank photodynamischer Diagnostik (PDD) und dem sogenannten narrow-band-imaging auch sehr kleine Tumoren darstellen und behandeln. Die meisten Tumoren sind oberflächlich und wachsen nicht tief in die Blase hinein, weshalb sie sicher entfernt werden können. Bei aggressiveren Tumoren sind weitere Therapieschritte nötig. Müssen wir die Blase komplett entfernen, besprechen wir die künstliche Harnableitung natürlich ausführlich mit den betroffenen Patienten.

Deutlich seltener sind Tumoren von Harnleiter und Niere. Bei einem oberflächlichen Harnleiterkarzinom können wir Teile der Harnleiter entfernen und ersetzen. Niere und Harnleiter zu entfernen ist jedoch immer noch die Standardtherapie. Seit über 30 Jahren führen wir im Diakonie Klinikum auch Chemotherapien bei Urothelkarzinomen durch, die bereits gestreut haben.

Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen im urologischen Bereich. Die Diagnose stellen Ärzte oft zufällig bei einem Bauchultraschall, denn der Tumor verursacht zunächst nur selten Symptome. Besteht der Verdacht auf die Krebserkrankung, erfolgt eine genauere Diagnostik mittels CT oder MRT, um Größe und Lage des Tumors, seine Blutversorgung und mögliche Metastasen in den Lymphknoten besser einzuschätzen. Bei entsprechender Symptomatik werden eine Knochenszintigraphie oder gezielte Röntgenaufnahmen gemacht, um Metastasen in den Knochen auszuschließen.

Hat ein Nierentumor noch nicht gestreut, muss aber operiert werden, streben wir eine organerhaltende Operation an. Diese kann mit und ohne Hyperthermie (Kühlen der Nieren) durchgeführt werden. Außerdem führen wir Nierenteilentfernungen und Entfernungen eines Nierenpols durch. Muss die Niere komplett entfernt werden, bevorzugen wir laparoskopische – also minimal-invasive – Techniken. Auch ausgedehnte Tumoren mit Befall der Blutgefäße können wir in Zusammenarbeit mit der Gefäßchirurgie operieren. Hat das Karzinom bereits gestreut, setzen wir oft eine zielgerichtete medikamentöse Therapie (Target Therapie) ein, die das Wachstum und die weitere Ausbreitung der Krankheit einschränken soll.

Hodenkarzinom

Bösartige Tumoren des Hodens sind relativ selten. Bei Männern zwischen 20 und 30 Jahren ist Hodenkrebs dennoch die häufigste bösartige Erkrankung. Dank guter Therapiemöglichkeiten beträgt die Überlebenschance inzwischen aber nahezu 100 Prozent. Die meisten Hodentumoren stellen Betroffene selbst fest, weil sich Verhärtungen, Schwellungen oder Hautveränderungen im Bereich des Hodens und des Hodensacks bilden. Die ärztliche Diagnostik erfolgt durch Ultraschall, Gewebe- und Laboruntersuchungen. In einer Operation entfernt der Urologe dann komplett samt anhängendem Samenstrang und entnimmt eine Gewebeprobe aus dem zweiten Hoden. Je nach Ergebnis der feingeweblichen Untersuchungen können weitere Therapien wie die Entfernung von Lymphknoten, Chemo- oder Strahlentherapie nötig sein.

Generell gilt: Stellen Sie eine auffällige Veränderung an ihren Hoden fest, suchen Sie bitte schnellstmöglich einen Urologen auf. Nicht jede Veränderung ist bösartig, aber im Fall der Fälle ist eine frühe Diagnose wichtig.

Peniskarzinom

Peniskarzinome sind in Europa selten. Risikofaktoren sind eine Vorhautverengung und damit einhergehende Entzündungen von Eichel und Vorhaut. Bemerkbar machen sich die Tumoren durch blutende Hautveränderungen, Schwellungen, Verhärtungen und Geschwüre im Bereich von Vorhaut und Eichel. Auch Schwellungen im Bereich der Leistenlymphknoten können ein Hinweis sein. Die Therapie ist abhängig von Stadium, Lage und Größe des Tumors. Ein kleiner Tumor an der Vorhaut kann manchmal schon mit einer Beschneidung effektiv behandelt werden. Bei früheren Stadien genügt eine lokale OP mit Skalpell oder Laser. Bei weiter fortgeschrittenen Erkrankungen ist eine sogenannte Penis-Teilamputation die Therapie der Wahl. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen auch Hoden, Prostata und Bauchwand vom Tumor betroffen sind. Dann muss der gesamte Penis entfernt und eine neue Harnröhre angelegt werden. Deshalb raten wir auch hier: Wenden Sie sich an einen Urologen, sobald Sie bei sich Veränderungen bemerken. Je früher der Tumor bemerkt wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten.

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