Gefährliche Rhythmusstörungen

Schlaganfall-Risiko kann steigen

Ist ein gestörter Herzrhythmus nur begrenzt mit Medikamenten behandelbar, kann krankes Gewebe verödet und so eine Herzrhythmusstörung dauerhaft behoben werden. Beim Siegener Forum Gesundheit referierte Privatdozent Dr. Damir Erkapic, Leiter Kardiologie und Rhythmologie, vor mehr als 100 Besuchern. mehr

Aktive Herzrhythmusimplantate – elektronische Hilfe

Unter aktiven Herzrhythmusimplantaten verstehen Mediziner technische Geräte, die den Herzschlag aufzeichnen und beeinflussen wenn sonstige Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise eine medikamentöse Therapie, nicht weiterhelfen. Darunter fallen implantierbare Ereignisrecorder, Herzschrittmacher, Defibrillatoren und sogenannte Cardiale Resynchronisationsgeräte (CRT-Geräte). Während Herzschrittmacher langsame und teilweise potentiell lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (wie z.B. AV-Block III°) behandeln, werden Defibrillatoren zur Therapie von schnellen und potentiell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflattern und Kammerflimmern) eingesetzt. CRT-Geräte können bei Patienten mit einer Herzmuskelschwäche eine Stärkung der Pumpleistung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit bewirken. Bei den inplantierbaren Ereignisrecordern handelt es sich um kleinste technische Geräte die unter die Haut links nebem dem Brustbein unter örtlicher Betäubung „injiziert“ werden. Dadurch kann über Jahre hinweg der Herzrhythmus eines Patienten kontinuierlich aufgezeichnet und überwacht werden. 

Herzschrittmacher-, Defibrillator- und CRT-Implantationen

Was ist der Unterschied zwischen einem Herzschrittmacher, einem Defibrillator und einem CRT-System?
Ein Herzschrittmacher wird dann eingesetzt, wenn das Herz zu langsam oder gar nicht schlägt. Die Schrittmachersonden werden in der rechten Vor- und Hauptkammer, nahe der eigenen elektrischen Reizleitung des Herzens, platziert. Falls das Herz nicht schlagen sollte, wird über die Schrittmachersonden ein feiner elektrischer Impuls abgegeben, der das Herz schlagen lässt.

Der Defibrillator kann ebenso wie ein Schrittmacher das Herz stimulieren. Zusätzlich ist er jedoch in Lage bösartige Rhythmusstörungen wie z.B. Kammerflimmern (zu schneller unkoordinierter Herzschlag) zu erkennen und mit einem Elektroschock zu beenden. Ein Defibrillator wird nur dann eingesetzt, wenn eine erhöhtes Risiko für einen „plötzlichen Herztod“ vorliegt.

Bei einem CRT-System handelt es sich um einen „Spezialschrittmacher“. Die Abkürzung steht für „Cardiale Resynchronisationstherapie“.  Diese Schrittmacher sind in der Lage bei ausgewählten Patienten mit  Herzschwäche, die Pumpleistung zu verbessern. Hierzu wird neben den Sonden in der rechten Vor- und Hauptkammer eine Sonde in einem kleinen Gefäße auf der linken Hauptkammer platziert. Ein CRT-System gibt es auch mit Defibrillatorfunktion, auch CRT-D genannt.

Auf welcher Seite wird die Batterie des Schrittmachers eingesetzt?
Das Aggregat wird links im oberen Bereich des Brustkorbes unter der Haut in einer „Schrittmachertasche“ platziert. Sollte es Gründe geben, die gegen eine Implantation auf der linken Seite sprechen (z.B. stattgehabte Operation der linken Brust oder Thrombose der linken Armvene) lassen Sie uns das bitte wissen.

Wann erfolgt die stationäre Aufnahme?
Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag vor der OP. Wir schreiben ein EKG, nehmen Blut ab und Sie erhalten eine „Venenverweilkanüle“ am linken Arm. Sollten uns keine aktuellen Herzultraschallbilder vorliegen, würden wir auch eine Herzultraschalluntersuchung durchführen.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?
Sie müssen für die Untersuchung nüchtern sein. Feste Nahrung können Sie noch bis 22 Uhr einnehmen. Ihre Tabletten am frühen Morgen (6 Uhr) mit einem Schluck Wasser. Blutverdünnende Medikamente wie ASS, Clopidogrel, Prasugrel und Ticagrelor müssen nicht pausiert. Bei Marcumar sollte INR zwischen 2-3 liegen. Es wird daher am Tag zuvor eine Blutentnahme durchgeführt. Dabigatran, Xarelto, Eliquis oder Lixiana sollte am Abend zuvor pausiert werden.

Wird der Eingriff unter Narkose durchgeführt?
Eine Narkose ist für den Eingriff nicht notwendig. Sie werden ein potentes Schmerzmittel sowie ein Schlafmittel von uns erhalten. Eine künstliche Beatmung mit einer Maschine findet nicht statt. Im Bereich der Schrittmachertasche werden wir eine lokale Betäubung durchführen. Sollten Sie Allergien gegen Lokalanästhetika haben, setzen Sie uns davon bitte in Kenntnis.

Was sollten Sie nach dem Eingriff beachten?
Auf die Schrittmachertasche erhalten sie einen Sandsack sowie eine Kühlbeutel über Nacht. In den ersten 6 Wochen nach der Implantation sollten Sie auf „Überkopfarbeiten“ und Tragen von schweren Lasten mit dem linken Arm verzichten. Es kann sonst zum Verrutschen der Sonden kommen, was eine erneute Operation nach sich ziehen würde. Die pausierte blutverdünnende Medikation kann nach 24 bis 48 Stunden wieder begonnen werden. Nach dem Eingriff erfolgt zudem die Röntgenkontrolle sowie am Folgetag die Schrittmacherkontrolle.

Wann findet die nächste Schrittmacherkontrolle statt?
Die nächste Schrittmacherkontrolle sollte in etwa 6 Wochen stattfinden. Ein Termin wird Ihnen bei Entlassung mitgeteilt.

Wozu dient der Herzschrittmacherausweis?
Der Herzschrittmacherausweis enthält alle wichtigen Informationen zu Ihrem Schrittmacher/Defibrillator oder CRT-System. Der Schrittmacherausweis ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie sich in einer anderen Klinik oder bei einem niedergelassenen Kollegen vorstellen. Sie sollten den Herzschrittmacher-, ICD- oder CRT-Ausweis daher immer mit sich führen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, notieren Sie diese bitte, um sie mit uns zu besprechen.

NotrufHome

Feuerwehr/Rettungsdienst: 112

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Giftnotruf NRW: 02 28 1 92 40

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